Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Für Patienten mit
privater
Krankenkasse werden Krankenhaus- bzw. krankenhausvergleichbare Behandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Beihilfefähig.
FINGERSCHMERZ
Daktylodyny,
Daktylalgie, fingerpain
Unter dem Begriff „Fingerschmerz“ werden weitläufig alle Formen von schmerzhaften Beschwerden im Bereich der Fi nger bzw. Fingergelen ke zusammengefasst. Im Englischen sagt man zu Fingerschmerz en auch „fingerpain“. Fingerschmerz en tauchen in verschiedensten Formen auf und haben unterschiedlichste Ursachen. Man unterscheidet generell zwischen einem akuten und einem chronischen Fingerschmerz.
Eine Daktylodynie bzw. Daktylalgie, so bezeichnet der Mediziner einen Fin gerschmerz, kann in sehr unterschiedlichen Formen auftreten. Die Art der Fingerschmerz en liefert dabei entscheidende Hinweise für eine konkrete Diagnose.
Zunächst ist zu unterscheiden ob die Schmerzen beiderseits auftreten oder nicht und wenn ja, ob diese symmetrisch sind. Dann kommt es darauf an ob nur ein oder mehrere Fi nger von den betroffen sind. Ein Fingerschmerz kann akut auftreten und spontan wieder verschwinden. Manchmal lassen sich Zusammenhänge zu anderen Beschwerden (z.B. Kn ie-, El lenbogen-, Fußgelen ke) feststellen. Tauchen die Schmerzen über einen langen Zeitraum immer wieder regelmäßig auf, werden schleichend kontinuierlich stärker oder halten einfach konstant an spricht man von einem chronischen Fingerschmerz.
Fi ngerschmerzen können in Ihrer Empfindung unterschiedlichste Merkmale aufweisen. Hierbei ist zu beachten ob diese als brennend, stechend, strahlend oder extrem stark charakterisiert werden. Manchmal taucht der Schmerz in Schüben, nur bei Ruhe (Ruheschmerz), nur in der Nacht oder bei Bewegung der Fi nger (Bewegungsschmerzen) auf. In vielen Fällen werden die Fin gerschmerzen auch begleitet von Wärmegefühl, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen, Steifheit, Schweregefühl, knötchenartigen Vorwölbungen, instabilen Gelenken oder Kälteempfindlichkeit.
Alle diese Merkmale geben schlüssige Hinweise auf die Ursache der Fingerschmerz en und ermöglichen so eine konkrete Diagnose und somit schließlich die richtige Therapie.
Ursachen
Fingerschmerz en können sehr verschiedene Ursachen haben. Welche Ursache(n) bei Ihnen konkret vorliegt bzw. –liegen kann nur im Rahmen einer fachärztlichen Untersuchung festgestellt werden.
Am häufigsten kommt es zu einem Fingerschmerz im Rahmen folgender Erkrankungen:
Arthrose der Fingergelen ke (Heberdenarthrose, Bouchardarthrose)
En tzündungen (z. B. Sehnenscheidenentzündungen)
Seltenere Ursachen sind:
Gicht
Verletzungen (Fraktur, Prellung, Zerrung, Quetschung, Verbrennungen, Lumbrical Shift Syndrom (Klettersport))
Überlastungen (Klettersport, Musizieren, PC-Arbeit,…)
Zustand nach Fingeramputation ((Phantomschmerz (= Schmerz in Fi ngern, die nicht mehr vorhanden sind), Stumpfschmerzen))
Neurologische Ursachen (z. B. Neuralgien)
Schmerzen durch Ganglien (= gallerthaltiges Gebilde an Gelen ken und oberflächliche Se hnen des Han d- und Fußrückens)
Morbus Dupuytren (Dupuytren’sche Erkrankung) (= fortschreitende, häufig beidseitige Beugekontraktur eines oder mehrerer Fi nger)
Therapie
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Fingerschmerz en, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Länger bestehende Fingerschmerz en erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierten Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Schmerzen sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Schmerzbehandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Physiotherapie bei Funktionseinbußen (z.B. Krankengymnastik und Anwendungen)
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Zur Behandlung von
Fingerschmerz
en hat sich die
kontinuierliche Blockade des Plexus
brachialis (=
Armnervengeflecht) sehr bewährt. Da der
Pl exus
brachial is reich an vegetativen (=
das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt
neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden)
Hemmung auch eine ausreichende sympathikolytische (=
gefäßerweiternde) Wirkung ein.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%)
bleibt die Motorik (= Muskelkraft) erhalten, so
daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich
sind.
Die Methode kann zeitgleich
auch beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver
Applikation (= wiederholter Einzelverabreichung)
diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine
weitere Therapiemöglichkeit ist die Blockade (=Betäubung)
des Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher
Form mit Katheter*.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird für einen Zeitraum von 10-14 Tagen ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche (z.B. Arth ritis, Sehnenscheidenen tzündung) oder auch degenerative (z.B. Fingerarthrose) Prozesse zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
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